Fachtag: Das Recht zu verstehen
Juristische Argumentation als Ressource demokratischer Streitkultur
Ausgehend vom GFF-Rechtsgutachten zur Verfassungswidrigkeit der AfD fragen wir: Wie lässt sich rechtliches Argumentieren erfahrbar, erspielbar und verstehbar machen?
Was?
Die politische Debattenkultur hat sich spürbar verändert. Verkürzungen, Zuspitzungen, strategische Begriffsverschiebungen und affektorientierte Kommunikationsformen prägen öffentliche Auseinandersetzungen. Gerade dort, wo demokratische Grundbegriffe umkämpft sind, stellt sich die Frage, über welche Formen des Argumentierens und Urteilens eine demokratische Gesellschaft verfügt und wie sie in Bildungsprozessen gestärkt werden können.
Das Recht nimmt darin eine besondere Stellung ein. Es arbeitet mit präziser Begriffsbildung, klaren Unterscheidungen, nachvollziehbaren Begründungen und geregelten Verfahren der Bewertung. Darin liegt sein Potenzial für demokratische Streitkultur. Zugleich ist rechtliches Argumentieren für viele schwer zugänglich: komplex, voraussetzungsreich, manchmal fast wie eine Geheimsprache.
Hier setzt der Fachtag an. Ausgehend vom Rechtsgutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) zur Verfassungswidrigkeit der AfD fragen wir, welches Potenzial juristische Argumentation für die politische Bildung hat und wie sich diese komplexe Denk- und Argumentationsform so aufbereiten lässt, dass sie erfahrbar, erspielbar, verhandelbar und verstehbar wird.
Der Fachtag versteht sich als Labor – als Raum, um gemeinsam zu erkunden, wie sich rechtliche Argumentationsformen in politische Bildungsprozesse übersetzen und als Teil des demokratischen Repertoires kommunikativer Praxis neu erschließen lassen.
Gäste
Charlotte Eichler · Volljuristin, ehem. Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)
Anna Ebeling · Leitung Kreation bei der Kommunikationsagentur BEST FRIEND
Lorenz Hippe · Theaterpädagoge, Dramaturg und Autor
Mathieu Coquelin · Leiter der Fachstelle Extremismusdistanzierung
Dominik Blacha · Fachreferent bei der Fachstelle Extremismusdistanzierung
PROGRAMM · VORMITTAG
DER GEGENSTAND: DAS RECHTSGUTACHTEN ZUR MÖGLICHEN VERFASSUNGSWIDRIGKEIT DER AFD
9:30 Uhr · Ankommen
Kaffee und informeller Austausch
10:00 Uhr · Begrüßung und Eröffnung
Ausgangspunkt, Fragestellung und Einladung zum gemeinsamen Erkunden
10:15 Uhr · Impuls: Wie argumentiert das Recht?
Charlotte Eichler · Volljuristin, ehem. Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)
Das Gutachten zur Verfassungswidrigkeit der AfD: Material und Belege, Einordnung von Sachverhalten und rechtliche Bewertung.
11:00 Uhr · Kaffeepause
11:15 Uhr · Panel: Vom Gutachten zum Bildungsprozess
Mit
Charlotte Eichler · Volljuristin, Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)
Anna Ebeling · Leitung Kreation bei der Kommunikationsagentur BEST FRIEND
Lorenz Hippe · Theaterpädagoge, Dramaturg und Autor
Mathieu Coquelin · Leiter der Fachstelle Extremismusdistanzierung
Moderation
Dr. Martina Kolanoski · Akademiereferentin LAJB, Leiterin der Koordinierungs- und Fachstelle der PfD Weil der Stadt
Was kann juristische Argumentation für demokratische Streitkultur leisten – und wie lässt sie sich pädagogisch erfahrbar machen? Im Gespräch treffen unterschiedliche Perspektiven aufeinander. Gemeinsam fragen wir nach den Potenzialen und Grenzen unterschiedlicher Übersetzungen: Was lässt sich vereinfachen, was darf nicht verloren gehen? Was wird durch Spiel, Szene oder andere Formate sichtbar und erfahrbar? Und was können diese Zugänge zum Umgang mit politischen Konflikten und unterschiedlichen Formen des Argumentierens beitragen?
12:30 Uhr · Mittagspause
PROGRAMM · NACHMITTAG
Recht erfahrbar machen
13:45 Uhr · Werkstätten
A · Verstehen als Zumutung
Mit Anna Ebeling
Populistische Kommunikation funktioniert durch gezieltes Framing, klare Feindbilder und einfache Antworten. Aber wie erreichen wir Menschen mit Inhalten, die keine naheliegenden Gewissheiten bedienen? Im Workshop suchen wir gemeinsam nach Sprache, Bildern und Formaten, die Widersprüche aushalten und echtes Verstehen ermöglichen.
B · Schreib- und Theaterwerkstatt
Mit Lorenz Hippe
Mit Mitteln des szenischen Schreibens und der Theaterpädagogik erforschen wir praxisnah, wie rechtliche Argumentationen, Begriffe und Konflikte auf andere, körperlich-sinnliche Weise erfahrbar und befragbar werden. Wir untersuchen, wie Status innerhalb von Kommunikation wirkt und wie Situationen in der Probe veränderbar erscheinen. Vielleicht auch im wirklichen Leben?
C · MEHR.ALS.WÄHLEN.
Mit Mathieu Coquelin und Dominik Blacha
Demokratie ist mehr als der Gang zur Wahlurne. Menschenwürde, Rechtsstaat und demokratische Teilhabe schützen ganz konkrete Freiheiten. Gemeinsam machen wir die freiheitliche demokratische Grundordnung greifbar und fragen, wie daraus ein verständlicher Zugang zu Extremismus und Verfassungsfeindlichkeit entstehen kann.
15:15 Uhr · Pause
15:30 Uhr · Zusammenführung
Erfahrungen, Potenziale und Grenzen
16:00 Uhr · Abschluss
16:30 Uhr · Ende
Für wen?
Pädagogische Fachkräfte, Ehrenamtliche, Menschen aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft.
Weitere Informationen:
Die Teilnahme ist kostenlos. Die Anmeldung zu den Werkstätten erfolgt am Tag.
Sie möchten weitere Informationen zum Veranstaltungstag oder zum Rahmen? Dann melden Sie sich gerne bei mir!
Martina Kolanoski, Akademiereferentin und Leitung der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie, Weil der Stadt
Schreiben Sie an: [email protected]
oder rufen Sie an: 07033 5269-115
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