10. November 2026 · Landesakademie für Jugendbildung, Weil der Stadt

Das Recht
zu verstehen

Ein Fachtag zur juristischen Argumentation als Ressource demokratischer Streitkultur

Ein Labor – unterschiedliche pädagogische Zugänge – ein Gegenstand:
Das Rechtsgutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte zur Verfassungswidrigkeit der AfD

Warum dieser Fachtag?

Juristische Argumentation als Ressource demokratischer Streitkultur

Die politische Debattenkultur hat sich spürbar verändert. Verkürzungen, Zuspitzungen, strategische Begriffsverschiebungen und affektorientierte Kommunikationsformen prägen öffentliche Auseinandersetzungen. Gerade dort, wo demokratische Grundbegriffe umkämpft sind, stellt sich die Frage, über welche Formen des Argumentierens und Urteilens eine demokratische Gesellschaft verfügt und wie sie in Bildungsprozessen gestärkt werden können.

Das Recht nimmt darin eine besondere Stellung ein. Es arbeitet mit präziser Begriffsbildung, klaren Unterscheidungen, nachvollziehbaren Begründungen und geregelten Verfahren der Bewertung. Darin liegt sein Potenzial für demokratische Streitkultur. Zugleich ist rechtliches Argumentieren für viele schwer zugänglich: komplex, voraussetzungsreich, manchmal fast wie eine Geheimsprache.

Hier setzt der Fachtag an. Ausgehend vom Rechtsgutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) zur Verfassungswidrigkeit der AfD fragen wir, welches Potenzial juristische Argumentation für die politische Bildung hat und wie sich diese komplexe Denk- und Argumentationsform so aufbereiten lässt, dass sie erfahrbar, erspielbar, verhandelbar und verstehbar wird.

Der Fachtag versteht sich als Labor – als Raum, um gemeinsam zu erkunden, wie sich rechtliche Argumentationsformen in politische Bildungsprozesse übersetzen und als Teil des demokratischen Repertoires kommunikativer Praxis neu erschließen lassen.

Programm · Vormittag

Der Gegenstand: Das Rechtsgutachten zur möglichen Verfassungswidrigkeit der AfD

9:30 Uhr · Ankommen

Kaffee und informeller Austausch

10:00 Uhr · Begrüßung und Eröffnung

Ausgangspunkt, Fragestellung und Einladung zum gemeinsamen Erkunden

10:15 Uhr · Impuls

Wie argumentiert das Recht?
Charlotte Eichler · Volljuristin, ehem. Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)

Das Gutachten zur Verfassungswidrigkeit der AfD: Material und Belege, Einordnung von Sachverhalten und rechtliche Bewertung.

11:00 Uhr · Kaffeepause

11:15 Uhr · Panel

Vom Gutachten zum Bildungsprozess

Was kann juristische Argumentation für demokratische Streitkultur leisten – und wie lässt sie sich pädagogisch erfahrbar machen? Im Gespräch treffen unterschiedliche methodische Perspektiven aufeinander. Gemeinsam fragen wir nach den Potenzialen und Grenzen unterschiedlicher Übersetzungen: Was lässt sich vereinfachen, was darf nicht verloren gehen? Was wird durch Spiel, Szene oder andere Formate sichtbar und erfahrbar? Und was können diese Zugänge zum Umgang mit politischen Konflikten und unterschiedlichen Formen des Argumentierens beitragen?

Mit

  • Charlotte Eichler · Volljuristin, ehem. Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)
  • Anna Ebeling · Leitung Kreation bei der Kommunikationsagentur BEST FRIEND
  • Lorenz Hippe · Theaterpädagoge, Dramaturg und Autor
  • Mathieu Coquelin · Leiter der Fachstelle Extremismusdistanzierung

Moderation
Dr. Martina Kolanoski · Akademiereferentin LAJB, Leiterin der Koordinierungs- und Fachstelle der PfD Weil der Stadt

12:30 Uhr · Mittagspause

13:45 Uhr · Werkstätten

Recht erfahrbar machen

A · Verstehen als Zumutung

Mit Anna Ebeling

Populistische Kommunikation funktioniert durch gezieltes Framing, klare Feindbilder und einfache Antworten. Aber wie erreichen wir Menschen mit Inhalten, die keine naheliegenden Gewissheiten bedienen? Im Workshop suchen wir gemeinsam nach Sprache, Bildern und Formaten, die Widersprüche aushalten und echtes Verstehen ermöglichen.

B · Schreib- und Theaterwerkstatt

Mit Lorenz Hippe

Mit Mitteln des szenischen Schreibens und der Theaterpädagogik erforschen wir praxisnah, wie rechtliche Argumentationen, Begriffe und Konflikte auf andere, körperlich-sinnliche Weise erfahrbar und befragbar werden. Wir untersuchen, wie Status innerhalb von Kommunikation wirkt und wie Situationen in der Probe veränderbar erscheinen. Vielleicht auch im wirklichen Leben?

C · MEHR.ALS.WÄHLEN.

Mit Mathieu Coquelin und Dominik Blacha

Demokratie ist mehr als der Gang zur Wahlurne. Menschenwürde, Rechtsstaat und demokratische Teilhabe schützen ganz konkrete Freiheiten. Gemeinsam machen wir die freiheitliche demokratische Grundordnung greifbar und fragen, wie daraus ein verständlicher Zugang zu Extremismus und Verfassungsfeindlichkeit entstehen kann.

15:15 Uhr · Pause

15:30 Uhr · Zusammenführung

16:00 Uhr · Abschluss

16:30 Uhr · Ende

Teilnahme & Anmeldung

10. November 2026
9:30–16:30 Uhr

Landesakademie für Jugendbildung
Malersbuckel 8-10
Weil der Stadt

Kontakt & Rückfragen

Martina Kolanoski
[email protected]
07033 5269-115