Fachkraft für Gewaltprävention
Über die Ausbildung
Das aggressive und gewaltbereite Verhalten von Kindern und Jugendlichen nimmt gesellschaftlich spürbar zu. Die Beschäftigung mit grenzüberschreitenden, gewaltbereiten Kindern und Jugendlichen ist damit zu einem Dauerthema für pädagogische Fachkräfte geworden. Viele erleben dabei eine tiefe Verunsicherung oder Überforderung: Sie möchten Kindern, Jugendlichen und ihren Familien mit Verständnis für deren kulturellen und sozialen Hintergrund begegnen und zugleich geltende Normen und Werte sowie das dazugehörige erwünschte Verhalten klar einfordern.
Das Coolness-Training auf der Basis gelebter Wertschätzung bietet hier einen Ansatz der Gewaltbearbeitung und Gewaltprävention. Diese Zusatzqualifizierung ermöglicht eine wertschätzende und verstehende Haltung bei gleichzeitiger, unbedingter Konfrontation von abweichendem Verhalten. So entsteht die Grundlage für einen fairen Umgang und die Freude am Austausch von Erfahrungsschätzen. Gemeinsam bündeln wir die verschiedenen Methoden des Coolness-Trainings zu einem im Alltag praktikablen und erfolgreichen konfrontativen Arbeitsstil.
Teil der AGT-Ausbildung: Die Fachkraft für Gewaltprävention bildet zugleich die ersten beiden Module der sechsteiligen Ausbildung zum/zur Anti-Gewalt-Trainer:in. Sie können nach diesem Einstieg die beiden Module anrechnen lassen oder direkt mit der AGT-Ausbildung weitermachen.
Zielgruppen
(Sozial-)pädagogische Fachkräfte aus den folgenden Arbeitsfeldern:
- Elementarbereich
- Schule / schulunterstützende Maßnahmen
- offene und verbandliche Jugendarbeit
- ambulante, (teil-)stationäre Jugendhilfe
- Mädchen- und Jungenarbeit
- alle Tätigkeitsfelder, die mit der Betreuung, Beratung oder Erziehung von Menschen mit Fluchterfahrung befasst sind
Eine geeignete pädagogische Ausbildung und/oder Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist Voraussetzung.
Ziele der Ausbildung
Sie werden zur Fachkraft für Gewaltprävention ausgebildet. Die Qualifikation verbindet theoretische Hintergründe und praktische Methodenanwendung und ist vor allem praxis- und selbsterfahrungsbezogen angelegt. Konfrontative Interventionsstrategien werden geübt und damit auch selbst erfahren. Diese Selbsterfahrung gibt Ihnen Sicherheit im Umgang mit grenzüberschreitenden, gewaltbereiten Kindern und Jugendlichen. Oberstes Ziel ist die Vermeidung von Opfern.
Inhalte sind:
- Auslöser und Hintergründe von Gewalt und abweichendem Verhalten kennenlernen
- Erkundung aggressionsauslösender Situationen
- Stärkung der persönlichen Kompetenzen
- Verbesserung der Fähigkeit zur Selbstbehauptung
- Erlernen neuer Techniken im Umgang mit Gewalt
- Erwerb von Handlungskompetenz und Transfer in das eigene berufliche Handlungsfeld, Konzeptberatung
- Stärkung der Resilienzfaktoren als Element der Gewaltprävention
- Methoden der Grenzziehung im Alltag zur Normen- und Werteverdeutlichung
Inhalte der Module
Die Ausbildung umfasst zwei aufeinander aufbauende Module mit jeweils 2,5 Tagen. Beginn am ersten Tag um 09:00 Uhr; Tage 1 und 2 ganztägig (bis 18:00 Uhr), Ende am dritten Tag um 12:30 Uhr.
Modul I — Grundhaltung & Gewaltprävention
Referent:innen: Miriam Steimer | Termin: 24.–26.02.2027
Den Auftakt bildet das Kennenlernen der pädagogischen Haltung der Konfrontativen Pädagogik.
- Kennenlernen der pädagogischen Haltung – Konfrontative Pädagogik
- Wertschätzung als Basis der Arbeit
- Fokus auf den Opferschutz
Modul II — Beratungskompetenz & Gruppenprozesse
Referent:innen: Miriam Steimer | Termin: 07.–09.04.2027
Im Mittelpunkt stehen die eigene Beratungskompetenz sowie die Selbst- und Fremdwahrnehmung in der professionellen Rolle.
- Beratungskompetenz stärken
- Rollenklarheit im sozialen Beruf
- Umgang mit Verweigerung
- Konfrontative Gesprächsführung
- Schwerpunkt: Selbst- und Fremdwahrnehmung
- Übungen und Spiele für die Begleitung von Gruppenprozessen
- Aufbau und Techniken zur Durchführung eines Coolness-Trainings (nach Gall und Weidner)
Zeitumfang und Termine
Die Ausbildung umfasst insgesamt 50 Unterrichtseinheiten und erstreckt sich berufsbegleitend über einen Zeitraum von rund zwei Monaten. Beginn der Module ist jeweils um 09:00 Uhr; die Tage 1 und 2 finden ganztägig (bis 18:00 Uhr) an der Akademie statt, das Ende ist an Tag 3 um 12:30 Uhr. Die genauen Termine finden Sie in der Veranstaltungsübersicht.
Anrechnung auf die AGT-Ausbildung:
Die Ausbildung als Fachkraft für Gewaltprävention kann auch als Einstieg in die sechsteilige Ausbildung zum/zur Anti-Gewalt-Trainer:in dienen. Entscheiden Sie sich nach dem ersten Modul für die Ausbildung zum/zur Anti-Gewalt-Trainer:in, werden die Module der Fachkraft für Gewaltprävention sowohl finanziell als auch zeitlich angerechnet.
Abschluss und Zertifikat
Am Ende der Ausbildung erhalten Sie das Zertifikat „Fachkraft für Gewaltprävention“ mit Angaben zu Inhalten und Umfang der Ausbildung.
Voraussetzungen für den erfolgreichen Abschluss und den Erhalt des Zertifikats:
- erfolgreiche Teilnahme an allen Ausbildungseinheiten (maximale Fehlzeit von 5 Unterrichtsstunden)
- Bezahlung aller Ausbildungskosten
Kosten und Anmeldung
Die Ausbildungsgebühren verstehen sich inklusive Unterlagen und Verpflegung während der Seminarzeit und sind in zwei Raten zahlbar. Auf Anfrage ist zusätzlich eine Unterkunft inklusive Frühstück im Haus buchbar. Der Buchung liegen unsere AGB zugrunde. Bitte melden Sie sich online an.
Referent:innen
Inhaltliche Leitung der Ausbildung
Miriam Steimer — Erzieherin, Sozialarbeiterin und Anti-Gewalt-Trainerin, Gründerin der Leuchtturm Akademie.
Zu speziellen Themen werden weitere Referent:innen aus der Praxis hinzugezogen.
Ansprechpartnerin für alle Fragen
Martina Kolanoski, Akademiereferentin · Tel.: 07033-5269-115 · [email protected]