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Anti-Gewalt-Training - berufsbegleitende Ausbildung

Vom Grundsatz her ist das Anti-Gewalt-Training ein deliktspezifisches Programm zur Behandlung von jugendlichen und erwachsenen Wiederholungstätern, die als gewaltbereit einzuschätzen sind. Dabei handelt es sich um eine sozialpädagogische und psychologische Interventionsform. Das Training gründet sich auf aggressions- und kriminalitätstheoretische Erkenntnisse und lerntheoretisch-kognitive Grundannahmen.

In unserer Ausbildung zum/-r Anti-Gewalt-Trainer/in legen wir einen Schwerpunkt auf Prävention von Konflikten und Interventionen speziell im Feld Schule und anderen Gruppenkontexten. Wir bearbeiten ausführlich die Inhalte des so genannten Coolness-Trainings und machen sie mit den dazugehörigen Praxisanteilen für Sie erlebbar. Die Ausbildung vermittelt Lösungsansätze zum Umgang mit Gewalt, die in alle anderen Institutionen und Formen der Gruppenarbeit anzuwenden sind. Wir legen einen Fokus auf das Themenfeld "Gewaltprävention", vermitteln jedoch alle grundlegenden Inhalte und Materialien, für die Durchführung einer Interventionsmaßnahme mit delinquenten Jugendlichen und Erwachsenen.

Das Trainer-Team verfügt über langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Gewalttätern sowie mit gewaltbereiten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Somit geben sie selbst erprobte erfolgreiche Konzepte und Methoden "aus der Praxis für die Praxis" weiter. Insbesondere hat sich bei der Verhinderung oder Deeskalation von gewaltbesetzten Situationen gezeigt, dass erst die fachliche Kombination eines breiten Methodenspektrums unter dem Leitgedanken einer konfrontativen Grundhaltung der heterogenen Persönlichkeiten der Täter gerecht wird.

Der Begriff der Konfrontativen Pädagogik versteht sich als Ergänzung, nicht als Alternative zu einem lebensweltorientieren Verständnis. Konfrontative Pädagogik begreift sich als sozialpädagogisches ultima ratio im Umgang mit Mehrfachauffälligen. In dieser Ausbildung werden fachübergreifenden Methoden zu einem im professionellen Alltag praktikablen konfrontativen Arbeitsstil gebündelt, der sogleich in der eigenen Praxis umgesetzt werden kann.

 

Zielgruppen

Pädagogische und sozialpädagogische Fachkräfte, die in Klein-/Großgruppen arbeiten oder Präventionsarbeit leisten möchten. Die Arbeit im Einzelsetting profitiert von Ihrer neu erworbenen klaren und wertschätzenden Haltung gegenüber gewaltbereiten Menschen. Für folgende Fachgruppen ist die Ausbildung besonders gewinnbringend:

Pädagogen und sozialpädagogische Fachkräfte aus dem Bereich der:

  • Jugendarbeit
  • Mädchen- und Jungenarbeit
  • ambulanter und stationärer Jugendhilfe (sofern Gruppenarbeit möglich ist)
  • allen Tätigkeitsfeldern, die mit der Betreuung, Beratung oder Erziehung gewaltbereiter Menschen befasst sind
  • sowie aus dem schulischen Bereich

Zugangsvoraussetzungen

  • abgeschlossene pädagogische, psychologische oder sozialwissenschaftliche Ausbildung
  • psychische Stabilität
  • Bereitschaft zur Selbsterfahrung und eine positive Grundhaltung
  • Die Zusatzausbildung ist nicht für Personen geeignet, die eine unbearbeitete eigene Gewaltgeschichte haben.

 

Ziele der Ausbildung

Sie werden zum/r Anti-Gewalt-Trainer/in in Schulen, Einrichtungen und Verbänden ausgebildet.

Die Ausbildungsreihe verbindet theoretische Hintergründe und praktische Methodenanwendung, ist aber vor allem praxis- und selbsterfahrungsbezogen angelegt. So werden konfrontative Interventionsstrategien geübt und somit auch selbst erfahren. Diese Selbsterfahrung bringt Ihnen die Sicherheit im Umgang mit gewalttätigen jungen Menschen.

Die Ausbildung befähigt

  • Coolness-Training (CT) mit Anteilen des Anti-Gewalt-Trainings (AGT) für Jugendliche oder für Erwachsene in den entsprechenden Einrichtungen durchführen zu können
  • gewaltfördernde Lebenssituationen, Handlungsabläufe und Einstellungen zu verstehen, klar benennen und bewusst machen zu können
  • Fachberatung in Einrichtungen zum Umgang mit gewaltbereiten Jugendlichen und Erwachsenen anzubieten

Dies geschieht durch

  • Vermittlung von Grundhaltung, Abläufen und Konzepten
  • Erprobung und Reflexion der eigenen Trainerrolle
  • Praxisbezug durch Hospitation während eines Trainings

Weitere Inhalte:

  • Kennenlernen der Biographiearbeit und der Trauma-Pädagogik
  • Einsatz der Gewaltfreien Kommunikation einüben
  • Übungen der Provokativen Therapie ausprobieren
  • Auslöser und Hintergründe von Gewalt und abweichendem Verhalten aufdecken
  • Erkundung Aggressivität auslösender Situationen (individuell/gruppenspezifisch)
  • Verbesserung der Fähigkeit zur Selbstbehauptung
  • Methoden zur Grenzziehung im Alltag einüben
  • Erleben mehrerer Coolness-Trainings durch Hospitation
  • Erlernen neuer Techniken und Methoden im Umgang mit Gewalt
  • Erwerb von Handlungskompetenz und Transfermöglichkeiten in das eigene berufliche Handlungsfeld, Kompetenzberatung

 

Zeitumfang und Termine

Die Ausbildung umfasst insgesamt 150 Unterrichtseinheiten inklusive Praxisberatung und Abschlusskolloquium. Die Ausbildung erstreckt sich berufsbegleitend über einen Zeitraum von ca. zehn Monaten.

Die Module beginnen am ersten Tag jeweils um 9 Uhr und enden am dritten Tag gegen 13.30 Uhr. Die Tage 1 und 2 finden ganztägig an der Landesakademie statt incl. Abendeinheit am zweiten Tag.

  • Mi 06. – Fr 08.10.2021
  • Mi 17. – Fr 19.11.2021
  • Mi 26. – Fr 28.01.2022
  • Mi 16. – Fr 18.03.2022
  • Mi 11. – Fr 13.05.2022
  • Mi 22. – Fr 24.06.2022

 

Abschluss und Zertifikat

Sie erhalten am Ende der Ausbildung das Zertifikat "Anti-Gewalt-Trainer/in" mit Angaben zu Inhalten und Umfang der Ausbildung. Die Inhalte der Ausbildung orientieren sich an dem Ausbildungskonzept zum/r Anti-Aggressivitäts- und Coolness-TrainerIn.

Voraussetzungen für den erfolgreichen Abschluss und den Erhalt des Zertifikats sind:

  • Teilnahme an allen Ausbildungseinheiten. Es darf eine maximale Fehlzeit von 15 Unterrichtsstunden nicht überschritten werden.
  • Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit
  • Erfolgreiche Teilnahme am Abschlusskolloquium
  • Bezahlung aller Ausbildungskosten

 

Kosten und Vereinbarungen

  • Die Ausbildungsgebühren belaufen sich inkl. Unterlagen und Verpflegung während der Seminarzeit auf 2.600 € (zahlbar in drei Raten)
  • Weitere Kosten (optional): Außerdem können Sie Unterkunft (im Zweibettzimmer) und Frühstück für je 58 € je Einheit buchen. Einzelzimmer sind (sofern verfügbar) gegen Zuschlag von 20 € je Einheit buchbar.
  • Einer Buchung liegen unsere AGB zugrunde.

 

Anmeldung

Bitte melden Sie sich online an.

Referent/innen

Inhaltliche Leitung der Ausbildung:

  Miriam Steimer (Anti-Gewalt-Trainerin, Erzieherin, Sozialarbeiterin)

 

 Jürgen Berger (Erzieher, Spiel- und Theaterpädagoge, Anti-Gewalt- und Coolness-Trainer, Theologe)

Anke Haase (Traumapädagogin, Anti-Gewalt- und Coolness-Trainerin)

Zu speziellen Themen werden weitere Referent/-innen aus der Praxis hinzugezogen.

Ansprechpartner für alle Fragen

Benjamin Blomeier, Akademiereferent, Tel: 07033-52690, blomeier(at)jugendbildung.org

Teilnehmende äußern sich:

Manu: "Bei der Fortbildung habe ich gutes und viel Werkzeug an die Hand bekommen. Auf offene Fragen gingen die Referenten jederzeit ein. Die Weiterbildung ist auf jeden Fall zu empfehlen, ich kann sehr viel mit in die Praxis nehmen und aber auch für mich persönlich!"

Barbara: "Sehr professionell, man spürt das Motto "Aus der Praxis - für die Praxis". Die Referenten leben AGT und bringen es entsprechend rüber. Ich fühlte mich sicher und jederzeit gut aufgehoben, habe viel neues Handwerkszeug für mich persönlich und für die Arbeit. Insgesamt eine supertolle Truppe."

Hubert: "Mir hat besonders die persönliche Ansprache bzw. die persönliche Atmosphäre gefallen."