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Wie wir gucken, wie wir labern!

Gewalt in der (Jugend-)Sprache

Das dominierende Musik-Genre Rap wird immer wieder mit Gewalt und Diskriminierung in Verbindung gebracht. Kinder und Jugendliche werden mit diesen Strukturen konfrontiert und drücken sie oft auch im Alltag aus. Vor diesem Hintergrund erarbeiten wir die Folgen sprachlicher Gewalt und einen Umgang damit in der Gruppen- oder Einzelfallarbeit.

Deutscher Rap ist aktuell das dominierende Genre in den deutschen Musik-Charts. Als Teil der HipHop-Szene hat Rap eine enorm große Reichweite. Oft haben wir Klischees über Kleidung, Sprache und Lebensstil von Rapper*innen im Kopf. In die Öffentlichkeit rückt Rap vor allem, wenn es um gesellschaftliche Kontroversen geht, bei denen Grenzen überschritten werden. Man denke dabei vor allem an die Eklats durch deutsche Rapper bei der Bambi-Verleihung 2011 und bei der Echo-Verleihung 2018. Rap wird auch immer wieder mit Kriminalität, Antisemitismus, sexualisierter/sexistischer Gewalt und anderen Formen der Diskriminierung in Verbindung gebracht.

 

Dabei hat das Genre in den letzten Jahren sehr stark an Vielfalt und inhaltlicher Breite gewonnen. Musikalisch, textlich und technisch hat sich ein Anspruch entwickelt, der ein breites Publikum anspricht und viele differenzierte Anknüpfungspunkte bietet. Es leistet dadurch auch einen Anteil zur Identitätsbildung und Teilhabe an Kultur. Wie in allen Genres der Pop-Kultur spiegeln sich in ihr auch gesellschaftliche Konfliktlinien wider, welche sprachlich ausgedrückt werden.

 

Kinder und Jugendliche übernehmen Sprache aus der Familie, der peer-group und aus populären Szenen und Kulturformen und gestalten sie dabei mit. Gleichzeitig schleichen sich bewusst und unbewusst Sprach- und Denkstrukturen ein, die von „cool“ über kritisierend und provozierend bis hin zu gewalttätig und diskriminierend reichen. Vor diesem Hintergrund erarbeiten wir Folgen und einen möglichen Umgang damit in der Gruppen- und Einzelfallarbeit.

 

Wir wollen folgenden Themen nachgehen:

 

  • Was zeichnet Rap und seine Sprache in Deutschland heute aus?
  • Welchen kulturellen Hintergrund hat und schafft er?
  • Was ist Gewalt? Was ist sprachliche Gewalt?
  • Ist körperliche Gewalt auf Sprache zurückführbar?
  • Wie zeigen sich die Formen der Diskriminierung im Rap?
  • Wie gelangt die Sprache von Rap in unseren Alltag?
  • Wie sensibilisiere ich Kinder und Jugendliche für diese Strukturen?

Dieses Seminar ist gedacht für Jugend- und Jugendfreizeitler*innen der verbandlichen und der offenen Jugendarbeit, für pädagogische Fachkräfte in der Gruppen- und Einzelfallarbeit und für in Ganztagsschulen Tätige.

 

Das Seminar ist nach Abklärung mit dem jeweiligen Verband zur Wiederausstellung der Juleica (Jugendleitercard) geeignet.

Für diese Veranstaltung können Sie Bildungszeit beantragen, sofern Sie sich damit für Ihre ehrenamtliche Tätigkeit (weiter-)qualifizieren.
(Die Landesakademie für Jugendbildung ist anerkannter Träger von Qualifizierungs-maßnahmen zur Wahrnehmung ehrenamtlicher Tätigkeiten nach § 5 Absatz 3 i.V.m. § 6 Absatz 5 VO BzG BW.)

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In Kooperation mit
Württembergische Sportjugend
Ihr/e Ansprechpartner/in
 Blomeier
Benjamin Blomeier

Akademiereferent

Bachelor Pädagogik und Sonderpädagogik
Master Soziale Arbeit
Zuständig für Theaterpädagogik, Gewaltfreie Kommunikation, Anti-Gewalt-Training und Fachkraft für Gewaltprävention
blomeier(at)jugendbildung.org
07033 / 52 69-0

 


Veranstaltungsdaten
Kursbeginn: 17.04.2021, 09:00 Uhr
Kursende: 17.04.2021, 17:00 Uhr
Veranstaltungsort:  Weil der Stadt
Basispreis: 75,00 €
zur Anmeldung