Mediation und Konfliktmanagement

Berufsbegleitende Ausbildung nach den Richtlinien des Bundesverbandes Mediation e.V. (BM) und gemäß den Anforderungen des deutschen Mediationsgesetzes

 

Konflikte sind ein unvermeidliches Phänomen im menschlichen Zusammenleben. Sie prägen den Alltag in Verbänden, Jugendhäusern, Gemeindezentren, Schulen und Nachbarschaft und erschweren ihn häufig. Oft wird die Chance positiver Entwicklung, die in Konflikten liegt, übersehen. Mediation kann dazu beitragen, die Konfliktkultur einer Gruppe oder einer Institution so zu verändern, dass Konflikte frühzeitig erkannt und konstruktiv bearbeitet werden. Relevant dabei sind nicht die Unterschiede, die zu Konflikten führen, sondern ihre Handhabung. Die Mediation setzt auf eine neutrale Vermittlung, die den Konfliktparteien helfen soll, konstruktiv mit unterschiedlichen Interessen, Wünschen und Wahrnehmungen umzugehen.

 

Zielgruppen

Wir wollen mit unserer Ausbildung "Mediation und Konfliktmanagement" alle Mitarbeiter/innen öffentlicher und freier Träger in Jugendhilfe, Jugendarbeit, Jugendbildung, den verschiedenen Bereichen der Gemeinswesenarbeit und anderer Berufsgruppen ansprechen, die Mediation als Form der Konfliktbearbeitung in ihrem beruflichen Alltag einsetzen wollen.

Unsere Ausbildung zielt direkt auf die Praxis und setzt somit Ihre Bereitschaft voraus, das Gelernte in die jeweiligen Zusammenhänge zu übertragen und anzuwenden. In den letzten Jahren haben Teilnehmer/innen zwischen 24 und 66 Jahren aus folgenden Berufsgruppen die Ausbildung absolviert: Sozialpädagogik und Sozialarbeit, Pädagogik, Lehramt, Jugend- und Heimerziehung, Psychologie, Architektur, Ingenieurwesen, Verwaltungswirtschaft, Rechtswesen, Politologie usw.

 

Ziele der Ausbildung

Unsere Ausbildung "Mediation und Konfliktmanagement" bietet Ihnen zum einen die Möglichkeit, sich gezielt praktischen Kompetenzen zur Anleitung von Mediationsgesprächen anzueignen. Zum anderen bilden Hinweise zur Umsetzung der Mediation in den verschiedenen Berufsfeldern einen Schwerpunkt.
Unsere Ausbildung setzt sich zum Ziel, Ihnen theoretische und vor allem praktische Kenntnisse zu vermitteln, um das Mediationsverfahren fachlich angemessen in ihrem jeweiligen Arbeitsbereich einzusetzen.

Sie

  • lernen Konzept, Haltung und Verfahren der Mediation kennen und können mediative Elemente in Ihrer Berufspraxis anwenden und weitergeben.
  • können Konflikte analysieren und angemessen bearbeiten.
  • erweitern Ihre Fähigkeiten in zentralen Schlüsselkompetenzen hinsichtlich konstruktiver Konfliktbearbeitung (Wahrnehmung, Selbstsicherheit, Kommunikation, Ziel- und Prozessorientierung, Kreativität).
  • lernen die aktuelle Mediationspraxis kennen.
  • lernen Chancen und Grenzen des Mediationsverfahrens kennen.

 

Aufbau der Ausbildung

Unsere Ausbildung "Mediation und Konfliktmanagement" besteht aus zwei Ausbildungsteilen:

1. Grundausbildung

Die Grundausbildung umfasst 135 Unterrichtseinheiten und dient dazu, das "Handwerkszeug" zur Anleitung von Mediationsgesprächen praxisorientiert zu erlernen. Die Grundausbildung ist an den Richtlinien des Bundesverbands Mediation e.V. (BM) orientiert und eröffnet die Möglichkeit, verschiedene Aufbaumodule im Bereich der Mediation bei unterschiedlichen Anbietern zu besuchen.

 

2. Vertiefung

Die Vertiefung umfasst 90 Unterrichtseinheiten und dient dazu, das Mediationsverfahren gezielt in Ihre beruflichen Zusammenhänge zu transferieren und spezielle Fachbereiche der Mediation zu vertiefen. Die Vertiefung ist an den Richtlinien des BM orientiert.

Der Besuch der Grundausbildung und Vertiefung bildet die Grundvoraussetzung für einen Antrag auf Anerkennung zum/r Mediator/in BM (gemäß den Ausbildungsrichtlinien "berufliche Mediation" des BM). Darüberhinaus entspricht unsere Ausbildung auch den Anforderungen des deutschen Mediationsgesetzes für "zertifizierte Mediator/innen". Gerne können Sie uns kontaktieren, um Näheres über die Anerkennung als Mediator/in BM bzw. zertifizierte/r Mediator/in zu erfahren.   

Grundausbildung und Vertiefung können gemeinsam oder getrennt voneiner gebucht werden. Die Teilnahme an der Vertiefung setzt jedoch eine Grund- bzw. Basisausbildung in Mediation voraus.

 

Inhalte der Ausbildung

Unsere Ausbildung ist handlungs- und praxisorientiert, um das Einüben des Mediationsverfahrens zu ermöglichen. Die Arbeitseinheiten werden durch wechselnde Einzel-, Paar-, Kleingruppen- und Plenumsarbeit lebendig gestaltet. Die wesentlichen Elemente aller Module sind an der Gemeinswesenpraxis orientierte Rollenspiele, Fallarbeit (mit Feedback) und das Üben der vorgestellten Methoden. Dem Transfer der erlernten Kompetenzen in die Praxis wird während der gesamten Ausbildung eine große Bedeutung gegeben.

 

Inhalte der Grundausbildung

Im Zentrum der Grundausbildung steht die Vermittlung von "Handwerkszeug" zur Anleitung von Mediationsgesprächen.

  • Grundlagen konstruktiver Konfliktbearbeitung
  • Einführung in das Konzept der Mediation / Abgrenzung zu anderen Verfahren
  • Rolle, Selbstverständnis, Haltung der Mediatorin / des Mediators
  • das Verfahren und die Phasen der Mediation
  • Konfliktanalyse / Eskalation von Konflikten
  • Gesprächs-, Moderations- und Interventionstechniken

 

Inhalte der Vertiefung

Im Zentrum des Vertiefungskurses steht der Transfer des Mediationsverfahrens in die verschiedenen Praxisfelder der Teilnehmer/innen. Daneben werden spezielle Inhalte vertieft:

  • Mediation im Gemeinwesen und in Gruppen
  • interkulturelle Mediation
  • Mediation in Teams und Mehrparteiensystemen (Arbeitswelt)

Wesentlicher Bestandteil der Vertiefung bilden Supervisionsphasen. Ihnen wird dabei die Gelegenheit gegeben, die eigene Praxis bzw. eigene Praxisfragen zu reflektieren. Diese Supervisionsstunden können im Rahmen einer möglichen Anerkennung der Ausbildung beim Bundesverband Mediation e.V. (BM) angerechnet werden. (Die Anzahl der Supervisionsstunden innerhalb der Ausbildung hängt im Wesentlichen von Ihrem Reflexionsbedarf ab und wird jeweils zu Beginn der Vertiefungswochenenden festgelegt.)

 

Zeitumfang und Termine

Die Kurseinheiten beginnen jeweils um 18.00 Uhr und enden gegen 15.00 Uhr. (Ausnahme am 4-tägigen Block im Juli 2019 - siehe unten).

Grundausbildung

Die Grundausbildung umfasst 100 Zeitstunden (135 Unterrichtseinheiten) verteilt auf 5 Kurseinheiten

Donnerstag, 12.07. - Samstag, 14.07.2018

Donnerstag, 11.10. - Samstag, 13.10.2018

Donnerstag, 6.12. - Samstag, 8.12.2018

Donnerstag, 17.01. - Sonntag, 20.01.2019

Donnerstag, 21.03. - Samstag, 23.03.2019

 

Vertiefung

Die Vertiefung umfasst 68 Zeitstunden (90 Unterrichtseinheiten) verteilt auf 3 Kurseinheiten

Donnerstag, 9.05. - Samstag, 11.05.2019        

Donnerstag, 4.07. - Sonntag, 7.07.2019  (Beginn am Donnerstag um 10.00 Uhr, Ende am Samstag gegen 15.00 Uhr)      

Donnerstag, 19.09. - Samstag, 21.09.2019


Grundausbildung und Vertiefung sind an den Richtlinien des Bundesverbands Mediation e.V. (BM) orientiert. Zusammen bilden sie die Grundvoraussetzung für einen Antrag zur Anerkennung als Mediator/in BM (gemäß den Ausbildungsrichtlinien "berufliche Mediation" des BM).
Wir empfehlen Ihnen, sich kursbegleitend zwischen den Seminarblöcken in Lerngruppen ("Intervisionsgruppen") zu treffen, um das Gelernte zu vertiefen und einzuüben.

 

Zertifikat und Abschluss

Sie erhalten am Ende der jeweiligen Ausbildungsabschnitte - Grundausbildung und Vertiefung - ein Zertifikat "Mediation und Konfliktmanagement" mit detaillierten Angaben zu Inhalten und Umfang der Ausbildung. Die Inhalte der Ausbildung sind an den Richtlinien des Bundesverbands Mediation e.V. (BM) orientiert.

Die Zertifikate der Ausbildungsteile werden von der Landesakademie für Jugendbildung ausgestellt. Eine Teilnahme an allen Kurseinheiten sowie die Bereitschaft, das Gelernte in der eigenen Berufspraxis umzusetzen, werden vorausgesetzt. Wir empfehlen Ihnen, sich kursbegleitend zwischen den Seminarblöcken in Lerngruppen ("Intervisionsgruppen") zu treffen, um das Gelernte zu vertiefen und einzuüben. Die von Ihnen absolvierten Zeiten in den Lerngruppen werden ebenfalls zertifiziert.

Nach erfolgreichem Abschluss der Grundausbildung und Vertiefung ist Ihnen ein Antrag zur Anerkennung als Mediator/in BM möglich. Diese Anerkennung kann allerdings nur individuell beim BM erfolgen. Wir werden zu Beginn unserer Ausbildung auf die vom BM geforderten Voraussetzungen hinweisen, um Ihnen eine gezielte Vorbereitung auf einen Anerkennungsantrag zu ermöglichen. (Neben der Ausbildung verlangt der BM zur Anerkennung u.a. die Teilnahme an einer "Intervisionsgruppe" und die Dokumentation von eigenen Praxisfällen.)


Darüberhinaus entspricht unsere Ausbildung auch den Anforderungen des deutschen Mediationsgesetzes bzw. der "Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren". Gerne können Sie uns kontaktieren, um schon im Vorfeld Näheres über die Anerkennung als Mediator/in BM bzw. zertifizierte/r Mediator/in zu erfahren.

 

Kosten und Vereinbarungen

Die Ausbildung "Mediation und Konfliktmanagement" besteht aus zwei Ausbildungsteilen: Grundausbildung und Vertiefung. Beide sind getrennt voneinander buchbar.

  • Für die Grundausbildung fallen zwei Raten à 625 € an Ausbildungsgebühren an.
  • Bei einer Anmeldung vor dem 15.02.2018 gewähren wir einen Frühbucherrabatt in Höhe von 100 €.
  • Für die Vertiefung werden zwei Raten à 625 € berechnet.
  • Wird die Vertiefung bis zum Ende der zweiten Grundausbildungseinheit gebucht, erhalten die Teilnehmenden für die Vertiefung eine Vergünstigung von 50 €.
  • Außerdem kosten Unterkunft und Verpflegung in der Landesakademie (Unterbringung im Zweibettzimmer) 47 € je Tag. Ohne Übernachtung und Frühstück zahlen Sie 28 € je Tag. Für eine Kurseinheit von Donnerstagabend bis Samstagnachmittag werden zwei Tagessätze berechnet.
  • Einzelzimmer sind gegen einen Zuschlag von 10 € je Nacht möglich, wenn die Belegung der Landesakademie dies zulässt.
  • Ausstiegsoption - wenn Sie nach der ersten Einheit merken, dass die Ausbildung nicht zu Ihnen passt, besteht die Möglichkeit auszusteigen. In diesem Fall werden nur 300 € Kursgebühr für die erste Grundausbildungseinheit abgerechnet.
  • Für Versicherungsschutz (Unfall, Krankheit) sorgen die Teilnehmer/innen selbst

Achtung: Evtl. erfüllen Sie die Voraussetzungen zum Erhalt der "Bildungsprämie". Lassen Sie sich bei einer Beratungsstelle informieren. Die Landesakademie nimmt Prämiengutscheine entgegen!

 

Anmeldung

Grundausbildung: Bitte melden Sie sich online an.

 

 

Referent/innen und Veranstalter

Zum Leitungsteam der Ausbildung gehören

  • milan
    Dipl. Sozialarbeiter; Gestalttherapeut, Supervisor und Mediator, Ausbilder für Mediation (BM)
    Meine Arbeitsschwerpunkte sind derzeit:

    • Ausbildung in Mediation und Streitschlichtung
    • Gewaltprävention und Umgang mit direkter Gewalt
    • Teamentwicklung und Vermittlung bei Teamkonflikten
    • Achtsamkeits-, Intuitions- und Kreativitätstraining
    • Stärkung der persönlichen Handlungskompetenzen

       

    Die Mediation ist für mich sowohl ein Instrument zur konstruktiven Lösung aktueller Konflikte, als auch eine Möglichkeit zur Erweiterung individueller Konfliktlösungskompetenzen. Darüber hinaus enthält sie das Potential zur Transformation unserer Konfliktkultur. Daher ist mir in unseren Ausbildungen neben den Training der methodischen Fertigkeiten die Entwicklung einer mediativen Haltung und die Berücksichtigung des gesellschaftspolitischen Kontextes ein besonderes Anliegen.
    Weitere Infos unter www.rohanda.de

 

Co-Ausbilder und Ansprechpartner für alle Fragen in der Landesakademie ist

  • Klaus Scheuble

         Diplompädagoge, Akademiereferent, Mediator und Ausbilder für Mediation BM.
         Kontakt per Mail scheuble(at)jugendbildung.org oder 07033/5269-0                                                           
         Meine Arbeitsschwerpunkte sind derzeit Teamentwicklungen, Konflikttrainings, Feedbackworkshops und Schulungen für Gruppenleiter/innen. Die Mediation hilft mir dabei, Konflikte in Gruppen als Chance zu begreifen und durch ihre Bearbeitung, Gruppenprozesse konstruktiv zu beeinflussen.

 

Zu einzelnen Schwerpunktthemen kommt hinzu:

  •  Consolata Peyron
    "Hörst du beide Parteien an, kannst du dir Klarheit verschaffen; schenkst du nur einer Glauben, wirst du im Dunkeln tappen..." (Chinesisches Sprichwort)
    Dipl. Politologin, Mediatorin und Ausbilderin für Mediation (European Master in Mediation/CH und Ausbilderin BM/D), Trainerin für "Gewaltfreie Kommunikation" (CNVC). Seit 1997 beschäftige ich mich mit Mediation und Formen konstruktiver und kreativer Konfliktbearbeitung. Ich arbeite als Konfliktberaterin, Mediatorin und Ausbilderin in Deutschland, Italien und der Schweiz. Als lehrbeauftragte bin ich an verschiedenen Institutionen tätig.
    Ein zunehmend wichtiger Schwerpunkt meiner Tätigkeit ist die Vermittlung interkultureller Fähigkeiten und die Mediation in interkulturellen Bereichen geworden.
    Die interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen ist zentral für meine Arbeit und für die regelmäßige Weiterentwicklung kreativer und konstruktiver Modelle der Konfliktbearbeitung. Mit meiner Arbeit möchte ich dazu beitragen, das Gefälle zwischen "leicht klingenden" theoretischen Überlegungen und der "harten Praxis" der Konfliktbearbeitung zu verringern.
    Weitere Infos unter: www.be-co-me.de

 

Die Landesakademie für Jugendbildung ist ein anerkannter freier und überverbandlicher Träger der außerschulischen Jugendbildung. Inhaltliche Schwerpunkte der jährlich fast 300 Bildungsveranstaltungen sind die Aus- und Fortbildung von ehren- und hauptamtlichen Multiplikatoren der Jugendarbeit, -hilfe und -bildung, die Medienbildung, die Zusammenarbeit mit Betrieben bei außerbetrieblichen Fortbildungen junger MitarbeiterInnen, die politische und die internationale Bildungsarbeit.

Die Akademie ist auf dem Malersbuckel schön gelegen mit Blick über die alte freie Reichsstadt Weil der Stadt. Unmittelbar hinter der Grenze der kleinen Stadt mit ihrem historischen Stadtkern beginnt der nördliche Schwarzwald. Mit der S-Bahn ist man jedoch auch in einer guten halben Stunden am Hauptbahnhof in Stuttgart.

Die Akademie gliedert sich in drei separate Häuser: Das Gästehaus mit 74 Betten (Zweibettzimmer) und die beiden Tagungshäuser. Darum gruppieren sich das Freigelände mit Terrasse, kleinem Spielfeld, Spielwiese und direkt sich anschließendem Wald. Ideal zum Arbeiten und Entspannen.

Die ausführliche Ausbildungsbeschreibung steht Ihnen hier als pdf-Download zur Verfügung (1,9 MB).